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                                       Was ist Taekwondo?

 

Das Wort Taekwondo setzt sich aus folgenden Begriffen zusammen:

 

         TAE = Fußtechniken      KWON = Handtechniken        DO = Mentale Einstellung

 

Taekwondo ist eine  Kampfkunst aus Korea, bei der sowohl Hände als auch Füße zur Verteidigung eingesetzt werden. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten überwiegen im Taekwondo die Fußtechniken. Im idealen Maße verbindet Taekwondo dabei körperliche Fitness mit mentaler Stärke. Taekwondo führt zu einer Verbesserung der Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer sowie mentaler Ausgeglichenheit. Mit seinen verschiedenen Disziplinen wie Wettkampf, Formen, Selbstverteidigung, Gymnastik, Bruchtest und Einschrittkampf bietet dieser faszinierende Sport für jeden etwas.

 

Für Erwachsene steht oft  der Aspekt der Selbstverteidigung im Vordergrund. Sie sehen in diesem Sport eine Möglichkeit, die Angst vor einer Gewalttat, in den Griff zu bekommen und sich effektiv wehren zu können. Dazu sind vor allem die schnellen kräftigen Fußtritte des Taekwondo hervorragend geeignet. Auch die mentale Stärke hilft zu einem selbstbewussteren Umgang mit einer Gefahrensituation und schreckt Angreifer oft schon im Vorfeld ab. Aber auch für alle die sich fit halten wollen, denen Körperbeherrschung und Beweglichkeit wichtig ist, oder die an ihre Grenzen gehen wollen und eine Herausforderung im Vollkontakt Wettkampf suchen, bietet dieser moderne Kampfsport für jeden etwas.

 

Besonders geeignet ist Taekwondo auch für Kinder, da es deren Entwicklung in körperlicher und geistiger Hinsicht fördert. Bei regelmäßigem Training verbessert Taekwondo die Motorik, fördert die Konzentration und stärkt das Selbstbewusstsein. Aus diesen Gründen wurde das moderne Taekwondo auch für den Differenzierten Sportunterricht an Hauptschulen (DSU) und für Sportarbeitsgemeinschaften Schule und Verein (SAG) zugelassen. Spiel, Konzentration, Körperbeherrrschung, Geschicklichkeit und Selbstbehauptung für Mädchen und Jungen ab 5 Jahren. Taekwondo eine spannende Sportart mit umfassender Körperschulung, Bewegungserfahrung und vor allem Spaß.

 

Auch im Bereich der Senioren gewinnt Taekwondo immer mehr Anhänger. Hier steht meist der Aspekt der Gesundheit im Vordergrund. Funktionsgymnastik und Dehnübungen verbessern die Beweglichkeit und beugen Haltungsschwächen vor. Koordinations- und Gleichgewichtsübungen halten den Geist in Schwung. Selbstverteidigung und Einschrittkampf fördern das Selbstvertrauen. Formen und Entspannungstechniken führen zu mentaler Ausgeglichenheit. Taekwondo ist ideal um Geist und Körper auch im Alter fit zu halten.

 

Für alle Jugendlichen bietet das moderne Taekwondo viele Elemente für ihren Lebensweg. Wer diese faszinierende Sportart erlernen will, muss eine gehörige Portion Ehrgeiz und Durchhaltevermögen mitbringen. Wer sich auf schnell ein paar Tipps für Straßenschlägereien besorgen will, wird bald enttäuscht aufgeben. Fairness und Respekt vor den Mitmenschen werden ebenso vermittelt wie Hilfsbereitschaft und Engagement im sozialem Umfeld. Im Vollkontakt Wettkampf lernen Jugendlichen schnell ihre Agressionen und Ängste abzubauen. Im Formenbereich sind Disziplin und Konzentration gefordert. Taekwondo als Lebensschule für Jugendliche.

 

In jüngster Zeit wurden mit Taekwondo auch auf so ungewöhnlichen Gebieten wie Strafvollzug und Behindertensport Erfolge erziehlt. Aber auch in anderen Sportarten, wie z.B. Skispringen und Tennis wird Taekwondo zur Verbesserung von Koordination, Schnelligkeit und Konzentration immer öfter eingesetzt.

 

 

                                      

                                       Geschichte des Taekwondo !

Genau genommen ist Taekwondo eine sehr junge Sportart. In der heute betriebenen Art wurde diese Kampfkunst erst vor  40 Jahren "entwickelt". Die Urspünge liegen dennoch in der Frühgeschichte Koreas, das sich vor ca. 2.000 Jahren aus den Königreichen Koguryo, Paekche und Silla zusammensetzte. Überlieferungen zufolge übten sich die Soldaten damals in der waffenlosen Kampfkunst, dem sogenannten Subak. Es handelte sich dabei um eine spielerische Art des unbewaffneten Kampfes. Das Hauptaugenmerk wurde jedoch nicht so sehr auf die Kampftechnik gelegt, sondern auf dem gesundheitlichem Aspekt, der Körperertüchtigung und natürlich auch der Selbstverteidigung. Im Gegensatz zum damals auch in Europa betriebenem Zweikampf war aber beim Subak nicht nur der Einsatz der Fäuste erlaubt, sondern auch alle anderen Körperpartien, wie beispielsweise der Knie und Füße.

Im Jahre 630n. Chr. wurde im Königreich Silla die Organisation Hwa Rang gegründet, der Adel und hochrangige Personen angehörten. Um die drei Königreiche zu vereinen, brauchte man eine schlagkräftige Truppe. Aus diesem Grunde widmeten sich die Ritter aus Silla dem Studium der Kampfkünste, um sowohl ihren Körper als auch ihren Geist zu trainieren. Dem Samguk-Yusa zufolge, einem koreanischem Geschichtsdokument, soll es sich bei diesen Kampfkünsten um die Grundformen des heutigen Taekwondo gehandelt haben. Im Jahre 668 n. Chr. gelang die Vereinigung der drei Königreiche unter der Führung der Hwa Rang und unter Hilfe von befreundeten chinesischen Truppen

Aus allen bekannten und  überlieferten Techniken entwickelte sich bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Taekyon, dem Vorläufer des heutigen modernen Taekwondo, bei dem das Hauptaugenmerk auf die Fußkampftechniken gelegt wurde. Auch von diesem Kampfstil entwickelten sich im Laufe der Zeit neue Stilrichtungen.

Von 1909 bis 1945, also während der japanischen Besatzungszeit, wurde die Ausübung aller koreanischen Kampfkünste verboten. Bereits ein Jahr nach der Befreiung gab es die ersten Versammlungen der größten Kampfsportschulen, bei denen versucht wurde, alle Kampfstile zu vereinen. Im April 1955 einigten sich die führenden Kampfsportexperten auf den Namen Taekwondo.

Im Herbst 1965 besuchte eine koreanische Taekwondo Delegation verschiedene deutsche Städte, und führte unter den ungläubigen Augen der deutschen Medien die neue Sportart vor. Die meisten Journalisten waren offensichtlich von den blitzschnellen und zugleich präzise ausgeführten Bewegungen fasziniert, allerdings konnten sie sich keinen Reim darrauf machen, weshalb ziemlich schmächtige Koreaner markerschütternde Schreie ausstießen, um danach dicke Bretter mit den Händen und Füßen durchzuschlagen.

Im September 1968 wurde Taekwondo beim Deutschen Judo Bund (DJB) als eine Sektion anfgenommen; bereits zwei Monate später fand in München - also wiederum in Bayern - die erste offizielle Deutsche Taekwondo Meisterschaft statt, an der damals nur Männer teilnehmen durften. Erst ab 1975 gab es auch für die Frauen die Möglichkeit, bei Deutschen Meisterschaften an den Start zu gehen. Als Sektion des Deutschen Judo Bundes führte Taekwondo einige Jahre ein Schattendasein. Dieser änderte sich erst 1971, als Heinz Marx, ein in München lebender Berliner, den deutschen Verband mit damals 525 Mitgliedern übernahm und beharrlich für den Aufbau sorgte.

Im Mai 1973 wurde in der Sportarena des Kukkiwon, dem Taekwondozentrum der World Taekwondo Federation (WTF), die erste offizielle Weltmeisterschaft der Herren ausgetragen; seit dieser Zeit werden diese im zweijährigem Rhytmus wiederholt. Seit 1979 gehen auch Frauen bei Weltmeisterschaften an den Start.

Trotz der Initiativen von Heinz Marx herrschte in Deutschland ein verbands-politisches Desaster. Wegen der Profilierungssucht vieler Kampfsportler wurden unzählige Verbände ins Leben gerufen - die allerdings auch ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwanden. Erst nach der Gründung der Deutschen Taekwondo Union e.V. (DTU) am 20.06.1981, die Mitglied des Deutschen Sportbundes wurde, erfolgte ein bis heute anhaltender Mitgliederannstieg und eine immer perfekter arbeitende Verbandsorganisation.

Ein Jahr später, und zwar zum 01.01.82, wurde die Bayerische Taekwondo Union (BTU) gegründet, die zum 01.05.83 als Mitglied beim Bayerischen Landessportverband (BLSV) aufgenommen wurde. Auch die BTU hat innerhalb der letzten fünfzehn Jahre einen rasanten Mitgliederzuwachs verzeichnet. Von ehemals 73 Vereinen, in denen ca. 3.000 Mitglieder trainierten, sind heute mittlerweile 150 Vereine mit ca. 13.000 Mitgliedern der Bayerischen Taekwondo Union angeschlossen.